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Gemeindebau-Sanierungs-Update: Investitionen sichern leistbares Wohnen

Zwei Frauen stehen vor einer mit Graffiti besprühten Mauer und einem Plakat mit der Aufschrift 'Das Schönste in Wien? Wohnen!'

Wohnbaustadträtin Elke Hanel-Torsch und Wiener Wohnen Direktorin (interim.) Katharina Klement vor der Sanierungsbaustelle in der Lorbeergasse im 3. Bezirk, eine von aktuell 100 Gemeindebau-Sanierungen.

Wiener Wohnen treibt die Modernisierung des Gemeindebaus weiter voran: Mit einem Investitionsvolumen von 1,37 Milliarden Euro werden aktuell rund 100 Wohnhausanlagen umfassend erneuert. Ein Baustellenüberblick.

Wiener Wohnen setzt die Sanierung der Wohnhausanlagen konsequent fort und macht den Gemeindebau fit für die Zukunft. Gerade in wirtschaftlich herausfordernden Zeiten sorgen diese Investitionen neben einem höheren Wohnkomfort vor allem für spürbare Entlastungen für zehntausende Wiener*innen, die im Gemeindebau ihr Zuhause haben.

Die Wohnhausanlagen werden regelmäßig begutachtet und auf Basis eines klar definierten Kriterienkatalogs bewertet. Dazu zählen insbesondere der bauliche Zustand, Sicherheitsaspekte, der aktuelle Stand der Technik sowie Energieeffizienz und Klimaschutz. Auf Grundlage dieser fachlichen Bewertungen und Sachverständigengutachten wird entschieden, ob und in welchem Umfang Sanierungsmaßnahmen umgesetzt werden. Auch wirtschaftliche Überlegungen und eine möglichst geringe Belastung für die Mieter*innen werden dabei berücksichtigt. 

Durch thermische Sanierungen, moderne Haustechnik und barrierefreie Zugänge werden die Energiekosten gesenkt, die Sicherheit erhöht und die Lebensqualität der Bewohner*innen nachhaltig verbessert.

„Die 220.000 Gemeindewohnungen in Wien wurden von mehreren Generationen, beginnend vor über 100 Jahren, aufgebaut. Diesen Kernbestand des sozialen Wohnbaus weiterzuentwickeln und zukunftsfit zu gestalten, ist unsere gemeinsame Aufgabe. Deshalb investieren wir kräftig in die Sanierung und Modernisierung der Wohnhausanlagen. Mit einem milliardenschweren Sanierungsprogramm stellen wir sicher, dass leistbare Mieten, hohe Wohnqualität und wirksame Maßnahmen für Energieeffizienz Hand in Hand gehen“, betont Wohnbaustadträtin Elke Hanel-Torsch. 

„Mit unseren Sanierungen sichern wir die Bausubstanz der Gemeindebauten langfristig und schaffen gleichzeitig spürbare Verbesserungen für die Bewohnerinnen und Bewohner im Alltag. Besonders die thermischen Sanierungen tragen dazu bei, den Energieverbrauch und damit die Heizkosten nachhaltig zu senken“, erklärt Wiener Wohnen-Interims-Direktorin Katharina Klement. „Gleichzeitig sorgen gedämmte Fassaden, moderne Fenster und eine hochwertige Gebäudehülle dafür, dass die Wohnungen auch im Sommer deutlich kühler bleiben. Gerade in Zeiten zunehmender Hitzeperioden bedeutet das mehr Lebensqualität in den eigenen vier Wänden und eine nachhaltige Entlastung für die Mieterinnen und Mieter.“

Mehr als 23.000 Wiener*innen profitieren von Sanierungen

Aktuell werden rund 100 Gemeindebauten in verschiedenen Bezirken Wiens umfassend modernisiert. Insgesamt betrifft das knapp 16.000 Wohnungen, in denen rund 40.000 Menschen leben. Wiener Wohnen investiert hier 1,37 Milliarden Euro. Die thermische Fassadensanierung dieser Gebäude entspricht dabei einer Fläche von rund 18,5 Fußballfeldern (rd. 13 ha). Parallel dazu zeigen bereits abgeschlossene Projekte, welche Wirkung diese Sanierungen entfalten: Seit 2020 wurden 91 Sanierungen abgeschlossen, die 10.453 Wohnungen umfassen und die Wohnqualität von mehr als 26.000 Gemeindebau-Bewohner*innen spürbar gesteigert haben.

Intensive Gebäudechecks für maßgeschneiderte Sanierungsplanung 

Lange bevor die sichtbaren Bauarbeiten starten, passieren viele Vorarbeiten: Die Gebäude werden auf Herz und Nieren geprüft, um das notwendige Sanierungspaket für jedes Gebäude schnüren zu können (abhängig von Alter, Gebäudetyp, Bauweise etc.), sowie möglichst effiziente und wirtschaftliche Sanierungsabläufe zu organisieren. Aufgrund der Sanierungsfortschritte in den letzten Jahren steht dieser Intensivcheck mittlerweile vermehrt Gemeindebauten aus den 60er- bis 80er-Jahren für eine optimale Sanierungsplanung bevor.

Jüngst abgeschlossene Sanierungsprojekte (Auszug) 

Die in den vergangenen Monaten fertiggestellten Sanierungsprojekte untermauern, wie konsequent die Stadt Wien den Gemeindebau weiterentwickelt:

10. Bezirk – Favoriten

Angeligasse 78–80

Zu den Schwerpunkten der umfassenden Sanierung des zwischen 1929 und 1930 errichteten Wohnbaus mit fünf Stiegen und 92 Wohnungen zählt die Wärmedämmung von Fassaden, Loggien, Terrassen und Dach. Ebenso der Einbau von Wärmeschutzfenstern und Wärmeschutztüren. Weitere Maßnahmen umfassen den Einbau von Brandschutztüren, die Dacherneuerung inklusive Schneefang und Blitzschutz, die Errichtung von Kinderwagen- und Fahrradabstellräumen sowie die Herstellung von Vordächern bei den Stiegenhauseingängen. Auch barrierefreie Hauseingänge wurden umgesetzt.

Heizwärmebedarf (HWB) vor Sanierung: 95,9 kWh/m2

HWB nach Sanierung: 35,20 kWh/m2a (64 % Ersparnis) 

14. Bezirk – Penzing

Wolfersberggasse 13–17

Hoch oben in Penzing wurden die zwischen Wolfersberg- und Anzbachgasse gelegenen sechs Gebäude aus dem Jahr 1956 mit insgesamt 81 Wohnungen umfassend saniert. Innerhalb von drei Jahren konnte der Heizwärmebedarf deutlich von 150,24 auf 38,63 kWh/m²a (rd. 75% Ersparnis) gesenkt werden. Neue Fenster, gedämmte Fassaden und ein erneuertes Dach tragen ebenso dazu bei wie der Einbau von Brandschutztüren und einer Brandrauchentlüftung mit Rauchwarnmeldern. Für mehrere Stiegen wurde erstmals ein barrierefreier Zugang geschaffen, zusätzlich wurde ein neuer Fahrradabstellraum errichtet. Ein besonderes Augenmerk lag auf dem Erhalt der baulichen Identität: Ein historisches Fassadenmosaik wurde sorgfältig abgenommen und nach Abschluss der Arbeiten wieder angebracht.

HWB vor Sanierung: 150,24 kWh/m2a

HWB nach Sanierung: 38,63 kWh/m2a (75 % Ersparnis)

15. Bezirk – Rudolfsheim-Fünfhaus

Alliogasse 21

Seit Frühjahr 2026 sind die umfassenden Sanierungsarbeiten in der Alliogasse 21 abgeschlossen. Zwei Jahre lang wurde in der Wohnhausanlage gearbeitet. Die Fassade ist nun vollständig gedämmt, die Fenster sämtlicher Wohnungen sowie der Stiegenhäuser und des Kellers wurden durch moderne Wärmeschutzfenster ersetzt. Markante Balkone mit dunkelroten Brüstungsplatten setzen gestalterische Akzente. Darüber hinaus wurden die Steigleitungen erneuert, Brandschutztüren eingebaut und die Stiegenhäuser neu gestaltet. Helle Wände, klare Handläufe und gut sichtbare Fluchtwegkennzeichnungen erhöhen die Sicherheit und Orientierung. Im Hof wurde zudem ein überdachter Müllbereich geschaffen.

HWB vor Sanierung: 121 kWh/m2a

HWB nach Sanierung: 28,26 kWh/m2a (77 % Ersparnis)

16. Bezirk – Ottakring

Hasnerstraße 26  (Hoffe

Die Wohnhausanlage am Hofferplatz mit 52 Wohnungen und drei Stiegenhäusern wurde umfassend saniert. Die Gebäudehülle wurde thermisch verbessert, unter anderem durch eine 18 Zentimeter starke Fassadendämmung sowie die Dämmung von Keller- und oberster Geschoßdecke. Die bestehenden Kastenfenster wurden durch moderne Holz-Alu-Fenster ersetzt. Neue Eingangstüren mit Glasvordächern werten die Zugänge auf, während im Hof überdachte Bereiche für Fahrräder und Müll geschaffen wurden. Für zusätzliche Sicherheit sorgt eine neue Druckbelüftungsanlage in allen Stiegenhäusern, ergänzt durch Wohnungseingangstüren nach aktuellem Brandschutzstandard. Das historische Sgraffito-Wandbild „Baum und Vögel“ aus dem Jahr 1956 blieb erhalten.

HWB vor Sanierung: 124,5 kWh/m2a

HWB nach Sanierung: 26,4 kWh/m2a (79 % Ersparnis)

23. Bezirk – Liesing

Erlaaer Straße 131–133

Die zwischen 1963 und 1965 errichtete Wohnanlage mit 127 Wohnungen auf 15 Stiegen wurde umfassend thermisch saniert. Im Zentrum standen die vollständige Fassadendämmung sowie der Einbau von Wärmeschutzfenstern. Ergänzend wurden französische Fenster neu hergestellt und ein außenliegender Sonnenschutz installiert. Putzsanierungen und Malerarbeiten tragen zur optischen Aufwertung bei. Auch die Dachdeckung wurde erneuert und der Dachstuhl verstärkt. Darüber hinaus wurden die Wasser- und Gasleitungen saniert.

HWB vor Sanierung: 136,72 kWh/m2a

HWB nach Sanierung: 28,46 kWh/m2a (80 % Ersparnis)

Bildmaterial zu den sanierten Wohnhausanlagen finden Sie auf wienerwohnen.at:   Gemeindebau Sanierungen

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